Kompatibilitätsmodus

Der Kompatibilitätsmodus ermöglicht, einzelne Artefakte oder auch einen ganzen Workspace in einer ecu.test-Version zu erstellen und sie gleichzeitig für eine andere ecu.test-Version nutzbar zu halten. So kann beispielsweise ein Package mit der aktuellsten Version von ecu.test erstellt werden, und gleichzeitig ist sichergestellt, dass es mit einer älteren ecu.test-Version ausgeführt werden kann. Das erleichtert die Zusammenarbeit in Teams, die unterschiedliche ecu.test-Versionen einsetzen.

Warnung

Auch im Kompatibilitätsmodus kann nicht garantiert werden, dass sich zwei unterschiedliche ecu.test-Versionen zu 100% identisch verhalten. Durch Änderungen an der API, im Toolverhalten, neuen Python-Versionen etc. kann es weiterhin zu Abweichungen kommen.

Aktivieren und konfigurieren

Die Kompatibilitäts-Einstellungen lassen sich in den Workspace-Einstellungen über Optionen ‣ Einstellungen ‣ Workspace-Einstellungen finden. Im Bereich Workspace-Kompatibilität aktiviert die Option Aktiviert den Kompatibilitätsmodus. Anschließend kann die ecu.test-Version ausgewählt werden, mit der der Workspace kompatibel sein soll.

Die Einstellung wirkt sich auf neu angelegte oder geänderte Artefakte aus. Bereits vorhandene Artefakte werden nicht automatisch angepasst.

Ist der Kompatibilitätsmodus für den Workspace aktiviert, ist das in der Statusleiste sichtbar: Hinter dem Workspace-Pfad werden „Kompatibilitätsmodus“ und die eingestellte Kompatibilitätsversion angezeigt.

Der Kompatibilitätsmodus kann auch in Bibliotheksworkspaces aktiviert werden. Dazu muss der Bibliotheksworkspace selbst geöffnet werden - eine Einstellung aus dem Hauptworkspace heraus ist nicht möglich.

Artefakte kompatibel machen

Beim Speichern prüft ecu.test, ob ein Artefakt mit der gewählten ecu.test-Version kompatibel ist. Gibt es Elemente, die nicht in die gewählte Version konvertiert werden können, werden diese genannt. Wenn möglich, wird auch der Grund angegeben, der das Element inkompatibel macht. Gleichzeitig wird automatisch die minimale ecu.test-Version bestimmt, in der das Artefakt kompatibel gespeichert werden könnte. Der Nutzer hat dann die Möglichkeit, zu entscheiden: a) das Artefakt stattdessen in dieser Version zu speichern oder b) den Speichervorgang abzubrechen. Bei Abbruch können die inkompatiblen Elemente manuell geprüft und angepasst werden.

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Dialog beim Speichern eines inkompatiblen Artefakts: Im Kompatibilitätsmodus ist die Version 2025.4 eingestellt, aber ein Testschritt ist minimal mit Version 2026.2 kompatibel.

In Packages lassen sich inkompatible Testschritte mit Package prüfen auch im Voraus ermitteln.

Eine Besonderheit sind Artefakte aus eingebundenen Bibliotheksworkspaces: Zunächst ist hier wichtig zu wissen, dass die im Bibliotheksworkspace eingestellte ecu.test-Version für die Prüfung ausschlaggebend ist - auch, wenn im Hauptworkspace eine andere ecu.test-Version eingestellt ist. Ist das zu speichernde Artefakt nicht kompatibel, kann es nicht gespeichert werden. Es wird keine Minimalversion wie für den Hauptworkspace vorgeschlagen. Für die Bearbeitung dieser Artefakte muss der Bibliotheksworkspace selbst geöffnet werden.

Info

Im Workspace-Explorer wird in der Spalte Kompatibilität die ecu.test-Version angezeigt, mit der ein Artefakt kompatibel ist. Diese ist per Rechtsklick auf die Spaltenüberschrift auswählbar.

Über den erweiterten Filter kann mit Kompatibilität nach der gespeicherten ecu.test-Version gefiltert werden, beispielsweise mit Kompatibilität < 2026.3.

Migration vorhandener Artefakte

Zur Umstellung vorhandener Artefakte steht ein Migrationshelfer zur Verfügung. Diesen findet man über das Menü Hilfe ‣ Migrationshilfe ‣ Workspace auf Kompatibilitätsversion migrieren. Die Migration ist nur ausführbar, wenn der Kompatibilitätsmodus aktiviert ist.

Während der Migration wird der Workspace nach Artefakten durchsucht, deren ecu.test-Version von der eingestellten Kompatibilitätsversion abweicht. Kompatible Artefakte werden automatisch gespeichert. Nicht kompatible Artefakte und Fehler werden im Log aufgeführt.

Ein Abbruch beendet die Migration nach dem zuletzt bearbeiteten Artefakt.

Object API

Die Kompatibilitätsprüfung betrifft auch das Speichern über die Object API. Der Parameter „allowCompatibilityFallback“ legt fest, ob in der niedrigsten unterstützten Version gespeichert werden darf, wenn das Speichern für die ausgewählte Version nicht möglich ist. Das ist analog zum oben beschriebenen Verhalten beim Speichern von Artefakten in der GUI.

Einschränkungen

Testbenchkonfigurationen werden derzeit nicht durch den Kompatibilitätsmodus beeinflusst. Will man seine Testbenchkonfigurationen kompatibel halten, ist bei der Aktualisierung allerdings Vorsicht geboten, da nicht kompatible Eigenschaften hinzugefügt werden können.