ecu.test calibration¶
ecu.test ermöglicht den direkten Zugriff auf Mess- und Kalibriervariablen ohne zusätzliche Software-Tools von Drittanbietern. Mithilfe des XCP-Protokolls können Variablen während der Testausführung gemessen, kalibriert und ausgewertet werden. XCP wird für alle hardwarenahen Busanbindungen für CAN, CAN-FD und Ethernet unterstützt.
Um ecu.test calibration nutzen zu können, ist eine zusätzliche Lizenz erforderlich. Weitere Informationen finden Sie auf tracetronic.de
Hauptmerkmale¶
Die Erweiterung bietet Zugriff auf Kalibriergrößen sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben. Kalibriergrößen können über Upload von der ECU gelesen und über Download wieder in die ECU geschrieben werden.
Darüber hinaus unterstützt die Erweiterung den Zugriff auf Messgrößen. Diese können zyklisch über DAQ oder Polling gelesen werden. Für jede Größe kann ein geeigneter Task konfiguriert werden, während die verfügbaren Tasks live von der ECU abgefragt werden. Sowohl statische als auch dynamische Messlisten werden unterstützt. Das Schreiben von Messgrößen über Download ist ebenfalls möglich.
Zum Aufzeichnen von Kalibrier- und Messgrößen bietet ecu.test calibration die symbolische Aufzeichnung über die in ecu.test integrierte Signalerfassungsfunktionalität. Für eine große Anzahl von aufzuzeichnenden Größen kann eine globale Mappingdatei zur Signalaufnahme hinzugefügt werden. Die Aufzeichnungen werden im ASAM-MDF4-Format gespeichert und sind mit der Traceanalyse kompatibel. Falls unterstützt, kann auch der Slave-Zeitstempel verwendet werden.
ecu.test calibration bietet außerdem allgemeine Funktionen wie Page Switching, sowie den Security Access über Seed & Key.
Konfiguration¶
Für ecu.test calibration stehen folgende Ports in den Tool-Anbindungen zur Verfügung:
APPLICATION-XCP-ETH
APPLICATION-XCP-CAN
APPLICATION-XCP-CAN-FD
APPLICATION-XCP-CAN-FD-TOLERANT
Diese Ports existieren grundsätzlich für alle Tools, welche den direkten CAN-Bus-Zugriff bzw. Ethernet-Zugriff unterstützen - zum Beispiel tracetronic Ethernet und Vector XL API.
Ist in der Testbenchkonfiguration die Verbindung über einen dieser Ports konfiguriert, muss dieser dann in der Testkonfiguration einem Steuergerät im Tab Steuergeräte unter „Applikation“ zugewiesen werden. Dort sind auch weitere Applikationslevel-Einstellungen wie die A2L-Datei und der zu verwendende Transport-Layer nötig.
Besonderheiten für bestimmte XCP-Slaves¶
ETAS XETK/FETK¶
XETK-Geräte unterstützen nativ XCP-on-Etherrnet. FETK-Geräte verwenden zwar ein proprietäres Ethernet-Protokoll, aber ES89x-Schnittstellenmodule können zur Übersetzung von/nach XCP-on-Etherrnet dazwischengeschaltet werden. Beide Gerätetypen können also mit ecu.test calibration verwendet werden. Dabei gibt es jedoch Besonderheiten zu beachten: Erstens muss der XETK bzw. FETK als ASAM-MCD1-konformes XCP-Gerät konfiguriert werden, wobei auch eine dazu passende A2L-Datei generiert werden muss. Der proprietäre NON-ASAM XCP-Dialekt, der zusätzliche Funktionen bei Verwendung mit INCA bietet, wird ecu.test calibration nicht unterstützt. Das Dokument ETAS Access Devices Operation as ASAM XCP on Ethernet Device beschreibt dies näher. Außerdem sollte die Netzwekkarte des PCs wie im Dokument How can I avoid that my measurement stops due to an XETK measure overflow beschrieben konfiguriert sein. Zweitens haben XETK- und FETK-Geräte eine Funktion „advanced code check“ (ACC), die wenn sie aktiviert ist vom Kalibriersystem einen „Nachweis“ verlangt, dass die A2L-Datei und/oder der Datensatz (hex/srec-Datei) zum Softwarestand im Steuergeräte-Flash passt. ecu.test calibration unterstützt ACC nicht direkt, bietet aber Bausteine mit denen man ACC als Hilfs-Package implementieren kann. Beispiele und Unterstützung können unter support@tracetronic.com angefordert werden.