Anlegen von Signalgruppen und Aufnahmegruppen

Die Verwaltung von Signalgruppen, Signalen, Aufnahmegruppen und Aufnahmen geschieht im Reiter Signalaufnahmen. In der folgenden Abbildung ist der Reiter Signalaufnahmen eines beispielhaften Packages dargestellt.

../../../../_images/ReiterSignalaufnahmenMarked.png

Beispiel für die Anzeige von Signalgruppen, Aufnahmegruppen, Signale und Aufnahmen

Im Reiter Signalaufnahmen werden alle Signalgruppen aufgelistet („ECU1“ und „Model“ im Beispiel). Pro Signalgruppe werden zum einen die Signalnamen (jeweils unter „Signale“) und zum anderen die enthaltenen Aufnahmen gruppiert in Aufnahmegruppen („Recording group ECU1“ und „Recording group Model“ im Beispiel) dargestellt.

Für das Erstellen von Elementen stehen fünf Schaltflächen zur Verfügung:

  • Signalgruppe anlegen (3)

  • Messliste hinzufügen (4)

  • Signal anlegen (5)

  • Aufnahmegruppe anlegen (6)

  • Aufnahme anlegen (7)

Das aktuell gewählte Element (Signalgruppe, Signal, Aufnahmegruppe, Aufnahme) kann über eine weitere Schaltfläche gelöscht werden (8). Ist eine Aufnahme angewählt, kann diese über die Schaltfläche (9) direkt im Reiter Tracedateien (siehe Abschnitt Traces und Signale aus Tracedateien wählen) angezeigt werden. Schaltfläche (1) zeigt diese Hilfe an. Mit Schaltfläche (2) kann man automatisch übernommene Elemente aus Default-Gruppen ein-/ausblenden.

Signalgruppen anlegen

Signale müssen vom Anwender so in Signalgruppen organisiert werden, dass pro Signalgruppe jeweils nur Signalnamen von Größen eines Gerätes enthalten sind. Sollen also zum Beispiel Signale von drei verschiedenen Geräten erfasst werden, sind drei Signalgruppen zu erstellen.

Signale müssen vom Anwender so in Signalgruppen organisiert werden, dass pro Signalgruppe jeweils nur Signalnamen von Größen eines Gerätes enthalten sind. Sollen also zum Beispiel Signale von drei verschiedenen Geräten erfasst werden, sind drei Signalgruppen zu erstellen. Dies geschieht entweder automatisch beim Hinzufügen von Signalen via Drag-and-Drop (Ausnahme siehe Signalaufnahmen-Reiter) oder durch Nutzung der entsprechenden Schaltfläche (3).

Wurde eine Signalgruppe ausgewählt, kann der Name und ihr Beschreibungstext über das Kontextmenü (rechte Maustaste) bearbeitet werden.

Signale der Signalgruppe hinzufügen

Ist eine Signalgruppe ausgewählt, kann die Liste ihrer Signalnamen editiert werden. Signale können entweder über die entsprechende Schaltfläche (5) neu angelegt, oder mittels Drag-and-drop aus dem Reiter Mapping oder direkt aus Tracedateien (z. B. im MDF- oder CSV-Format) (siehe Abschnitt Traces und Signale aus Tracedateien wählen) oder Signaldatenbanken (z. B. Fibex oder DBC) (siehe Abschnitt Signale aus Signaldatenbanken wählen) bezogen werden.

Wird ein neues Signal über die Schaltfläche (5) erzeugt, so kann der Signalname frei gewählt und für Aufnahmen ein Systembezeichner und ein Mappingziel angeben werden. Für Bus-Logging-Signale steht eine Auswahl aller durch ecu.test unterstützten Pseudosignale zur Verfügung (siehe Unterstützte Dateiformate).

Für jedes Signal in einer Signalgruppe existiert im Reiter Mapping des Packages ein entsprechender Eintrag.

Info

Werden Signale von einem Tool aufgezeichnet, so darf jede Signalgruppe nur Signale eines einzigen Ports enthalten. Werden Signale verschiedener Ports aufgezeichnet, so ist für jeden Port eine separate Signalgruppe anzulegen.

Messliste der Signalgruppe hinzufügen

Möchte man eine große Anzahl an Signalen aufzeichnen, kann man eine Messliste in Form einer .xam-Datei hinzufügen (Schaltfläche (4)). Zu beachten ist, dass aus der .xam-Datei ausschließlich Mappingziele verarbeitet werden. Es finden keine Überladungen durch z.B. das globale Mapping statt. Pro Signalgruppe kann nur eine Messliste gesetzt werden.

Gesamtes SUT der Signalgruppe hinzufügen (SUT-Only-Aufnahme)

Alternativ kann auch der gesamte Bus eingefügt werden, indem dieser aus dem Reiter Buszugriff in die Liste der Signalaufnahmen gezogen wird. Diese Funktion steht für signalbasierte Systeme nicht zur Verfügung.

../../../../_images/SignalRecordingBus.png

Signalaufnahme des gesamten Bus erstellen.

Aufnahmegruppen anlegen

Mit jeder erstellten Signalgruppe wird auch eine dazugehörige Aufnahmegruppe angelegt. Weitere Aufnahmegruppen können einer Signalgruppe mit der entsprechenden Schaltfläche (6) hinzugefügt werden. Aufnahmegruppen können über das Kontextmenü oder durch die Taste F2 umbenannt werden.

Mehr als eine Aufnahmegruppe muss immer genau dann verwendet werden, wenn Aufnahmen zwar prinzipiell Signale mit denselben Signalnamen aufweisen (also zur selben Signalgruppe gehören), aber unterschiedlich analysiert werden sollen.

Aufnahmen während des Testlaufes aufzeichnen

In ecu.test werden Aufnahmen während eines Testlaufes den Aufnahmegruppen hinzugefügt. Dazu können entweder die Testschritte „Start Trace“ (StartTrace_Symbol), „Stop Trace“ (StopTrace_Symbol) oder „Add Trace“ (AddTrace_Symbol) verwendet werden. Alternativ kann die Aufnahmegruppe entweder als Auto-Start/Stop-Gruppe oder als Trigger-Start/Stop-Gruppe markiert werden (via Kontextmenü oder im Bearbeiten-Dialog). Der Modus Auto-Start/Stop entspricht der Verwendung von „Start Trace“- und „Stop Trace“-Testschritten, je nach Einstellung entweder ganz zu Beginn und ganz am Ende des Testfalles („Kompletter Testfall“) oder nach der Pre- und vor der Postcondition („Ohne Pre-/Postcondition“). Der Modus Trigger-Start/Stop wird nur von manchen Tools unterstützt und bietet die Möglichkeit Bedingungen für die Aufnahme anzugeben. Die Bedingungen werden dann Tool-seitig während des Testfalls ausgewertet.

Info

Bei der Verwendung von Variablen in der Traceanalyse gilt jeweils der Variablenwert zum Zeitpunkt des „Stop Trace“ bzw. „Add Trace“. Dadurch ist es möglich eine Traceanalyse für mehrere Aufnahmen mit den jeweils gültigen Variablenwerten auszuführen.

Der Name der anzulegenden Aufnahmedatei kann frei konfiguriert werden, wie in Vorlage für die Bezeichnung von Aufnahmen nachzulesen ist.

Neben dieser Möglichkeit, Aufnahmen dynamisch als Ergebnis des Testlaufes einer Aufnahmegruppe hinzuzufügen, besteht die Möglichkeit, Aufnahmen aus vorhandenen Tracedateien zu verwenden.

Vorlage für die Bezeichnung von Aufnahmen

Editiert man eine Aufnahmegruppe, hat man die Möglichkeit im Reiter Aufnahmesteuerung eine Namensvorlage für die im Testfall erstellten Aufnahmen anzugeben. Innerhalb der Vorlage kann durch Platzhalter auf Informationen des Packages sowie auf Packagevariablen und globale Konstanten zugegriffen werden.

Info

Die Vorlage wird am Ende des Testfalls ausgewertet, daher gelten für die Platzhalter, wenn nicht anders vermerkt, die Werte zu diesem Zeitpunkt.

  • Zugriff auf Informationen: ${NAME}, wobei NAME einer der folgenden Bezeichner sein kann:

    • time Die Zeit. Beispiel: 133048

    • date Das Datum. Beispiel: 2019-12-24

    • recordingStartTime Zeit, zu der die Aufnahme gestartet wurde (z.B. durch einen „Start Trace“-Testschritt). Beispiel: 132030

    • recordingStopTime Zeit, zu der die Aufnahme beendet wurde (z.B. durch einen „Stop Trace“-Testschritt). Beispiel: 133048

    • packageName Der Name des Packages, dass die Aufnahmegruppe enthält. Beispiel: MyPackage

    • mainPackageName Der Name des Hauptpackages. Beispiel: MyMainPackage

    • projectStepName Aktueller Name des Projektschritts. Beispiel: Parametersatz 1

    • logFolder Aktueller Reportordner. Beispiel: MyPackage_2

    • signalGroupName Name der Signalgruppe. Beispiel: Signalgruppe ABC

    • recordingGroupName Name der Aufnahmegruppe. Beispiel: Aufnahmegruppe von ABC

  • Zugriff auf Packagevariablen: ${Var.VARIABLE}

  • Zugriff auf globale Konstante: ${Const.KONSTANTE}

Standardmäßig wird der Name der Signalgruppe (${signalGroupName}) als Name für die Aufnahmedatei verwendet, wenn die Vorlage leer gelassen wird.

Info

Abhängig vom Betriebssystem sind in Dateinamen bestimmte Zeichen nicht erlaubt. Diese werden im generierten Dateinamen durch einen Unterstrich ersetzt.

Fehler beim Start ohne aufzuzeichnende Signale

Diese Option ist standardmäßig gesetzt und führt zu einem Fehler, wenn die Aufnahmegruppe gestartet wird, jedoch keine Signale, die aufgezeichnet werden können, enthält.

Verwendet man Signalgruppen nur als Platzhalter im Zusammenspiel mit der automatischen Zuordnung von Signalen zu Signalgruppen, kann es vorkommen, dass eine Signalgruppe und somit deren Aufnahmegruppen ohne aufzuzeichnende Signale bleiben. Wenn dieser Zustand beim Starten der Aufnahme toleriert werden soll, muss die Option deaktiviert werden.

Fehler beim Start mit ausschließlich generischen Signalen

Diese Option ist standardmäßig gesetzt und führt zu einem Fehler, wenn die Aufnahmegruppe gestartet wird, jedoch ausschließlich Signale mit generischem Mappingziel enthält.

Verwendet man Signalgruppen nur als Platzhalter im Zusammenspiel mit der automatischen Zuordnung von Signalen zu Signalgruppen und hat eine Synchronisation definiert, kann es vorkommen, dass eine Signalgruppe und somit deren Aufnahmegruppen lediglich das zur Angabe der Synchronisation notwendige generische Signal enthalten. Wenn dieser Zustand beim Starten der Aufnahme toleriert werden soll, muss die Option deaktiviert werden.

Fehler beim Start, wenn alle Signale auf einen nicht definierten Systembezeichner verweisen

Diese Option ist standardmäßig gesetzt und führt zu einem Fehler, wenn die Aufnahmegruppe gestartet wird, jedoch ausschließlich Signale enthält, deren Mappingziele auf einen nicht definierten Systembezeichner verweisen.

Verwendet man Signalgruppen nur als Platzhalter im Zusammenspiel mit der automatischen Zuordnung von Signalen zu Signalgruppen und hat sein Package so angelegt, dass es für verschiedene Softwarevarianten des Testobjektes verwendet werden kann, kann es vorkommen, dass eine Signalgruppe und somit deren Aufnahmengruppen nur Signale enthält, deren Mappingziele auf Systembezeichner verweisen, die in der aktuell geladenen Testkonfiguration (*.tcf) gar nicht definiert sind. Wenn dieser Zustand beim Starten der Aufnahme toleriert werden soll, muss die Option deaktiviert werden.

Info

Auch wenn man weder „Fehler beim Start mit ausschließlich generischen Signalen“ noch „Fehler beim Start, wenn alle Signale auf einen nicht definierten Systembezeichner verweisen“ setzt, wird es immer zu einem Fehler kommen, wenn eine Aufnahmegruppe gestartet wird, die sowohl generische als auch Signale, deren Mappingziele auf einen nicht definierten Systembezeichner verweisen, enthält.

Aufnahmen synchronisieren

Siehe Synchronisation von Traces.

Aufnahmen hinzufügen

Um Aufnahmen aus vorhandenen Tracedateien einer Aufnahmegruppe zur Analyse hinzuzufügen, bestehen prinzipiell zwei Möglichkeiten: Zum einen kann die Schaltfläche (7) verwendet werden, zum anderen der Tracedateien-Reiter (siehe Abschnitt Traces und Signale aus Tracedateien wählen), um dies via Drag-and-drop zu realisieren.

Beim Verwenden der Schaltfläche (7) zum Hinzufügen neuer Aufnahmen öffnet sich folgender Dialog:

../../../../_images/SignalsNewRecording.png

Im Dialog kann eine unterstützte Tracedatei ausgewählt werden. Daraufhin werden in der linken Spalte alle vorgefundenen Signalgruppen aufgeführt und in der rechten Spalte kann man die Aufnahmen der aktuell ausgewählten Signalgruppe bestimmen, die hinzugefügt werden sollen. Die Aufnahmen werden zur aktuell ausgewählten Aufnahmegruppe bzw. zur ersten Aufnahmegruppe der aktuell ausgewählten Signalgruppe hinzugefügt.

Für manche Aufnahmen ist es möglich, zusätzliche Informationen anzugeben. Diese Informationen werden in einem String hinterlegt, in dem unterschiedliche Einstellungen durch Unterstrich getrennt sind. Beim Erstellen und Editieren von Aufnahmen im Reiter Signalaufnahmen werden Dialoge zum einfacheren Editieren dieser Einstellungen zur Verfügung gestellt.

Eine Übersicht befindet sich unter Unterstützte Dateiformate.

Info

Im Reiter Signalaufnahmen oder durch Parametersätze hinzugefügte Aufnahmen werden nur berücksichtigt, wenn keine Aufnahmen im Testfall hinzugefügt werden.

Signalgruppe „Automatisch zuordnen“

In jedem Package existiert bereits eine spezielle Signalgruppe mit dem Namen „Automatisch zuordnen“. Signale dieser Gruppe werden während der Ausführung automatisch anderen (bestehenden) Signalgruppen zugeordnet. Aus diesem Grund können dieser speziellen Signalgruppe auch keine Aufnahmegruppen hinzugefügt werden. Folglich steht für diese Gruppe auch keine Aufnahmesteuerung zur Verfügung.

Die Suche nach der passenden Signalgruppe geschieht dabei in absteigender Priorität nach den folgenden Regeln:

  • Eine Signalgruppe bietet das Mapping bereits. (Für konkrete Mappings müssen dabei Name und Ziel übereinstimmen.)

  • Eine Signalgruppe heißt wie der SUT-Key des adressierten Mappingziels (z.B. ‚A-FlexRay‘).

  • Eine Signalgruppe bietet ein Mapping, welches das gleiche SUT adressiert.

  • Für Mappings vom Typ „Tracedatei“: Falls es nur eine Signalgruppe gibt, wird diese verwendet.

Wenn ein Signal keiner Signalgruppe bzw. nicht eindeutig zugeordnet werden kann, erscheint eine Warnung im Meldungsfenster. Das hat jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis des Testfalls. Falls solch ein Signal in einer Traceanalyse verwendet werden soll, kann es natürlich zu Folgefehlern kommen.

Signalgruppe von Testfallvariablen

Die Signalgruppe von Testfallvariablen wird automatisch angelegt, sobald mindestens eine Testfallvariable zur Aufnahme markiert wird. Sie wird automatisch entfernt, wenn keine Testfallvariable mehr zur Aufnahme markiert ist. Das Hinzufügen und Entfernen von Signalen kann nur durch das Markieren von Testfallvariablen zur Aufnahme erfolgen. Aufnahmen können analog zu anderen Signalgruppen hinzugefügt werden.