Tool Server¶
Mit Hilfe der in ecu.test integrierten Remote-Anbindung ist es möglich, Programme und Hardware zu nutzen, die nicht auf demselben Rechner installiert sind wie ecu.test. Sie dient als Austauschplattform zwischen ecu.test und der Peripherie-Software (Softwaretools), bzw. zur Anbindung von lokal nicht vorhandener Hardware. Die unterstützen Softwaretools sowie Geräte werden automatisch gefunden und zur Verfügung gestellt.
Tool Server hat folgende Eigenschaften:
Prozesstrennung, wodurch jede Toolschnittstelle in einem eigenen Prozess angebunden wird
Übermittlung des Toolstatus für die korrekte Darstellung im Toolmonitor
Logging mit Filter und Annotationen, wobei die Logeinträge zu ecu.test zurückgespielt werden
Rückkanalfähigkeit, wodurch Daten vom entfernten Rechner zu ecu.test transportiert werden können (insbesondere Streaming von Frames)
Verwendung von Tool Server¶
Die Remote-Anbindung ist in ecu.test über Tool Server realisiert. Das Ansprechen von Peripherie-Software oder -Hardware auf einem anderen Rechner erfolgt über den Testbenchkonfigurationseditor mit der Option Remote (Tool Server) (und den entsprechenden Einstellungen). Im Hintergrund wird bei diesem Schritt eine Verbindung mit Tool Server aufgebaut. Dieser ermittelt daraufhin (über die installierten Tools) die auf dem ausgewählten Rechner vorhandene Peripherie.
Konfigurationseinstellungen für Zugriffe auf die Peripherie werden grundsätzlich über den Testbenchkonfigurationseditor von ecu.test vorgenommen. Bei Bedarf können diese Einstellungen auch in der Konfigurationsdatei ToolLibs.ini vorgenommen werden. Dies sind Einstellungen wie Pfadangaben oder Tool- und Gerätebezeichnungen. Werden diese Einstellungen im Testbenchkonfigurationseditor ebenfalls angegeben, so überschreiben sie die in der ToolLibs.ini hinterlegten Einstellungen.
Während der Testausführung wird die Basispriorität der Tool Server Prozesse und der verwendeten Peripherie-Software erhöht.
Bedienung von Tool Server¶
Tool Server kann aus dem Windows-Startmenü unter „ecu.test“ gestartet werden. Wurde bei der Installation die Autostartoption für Tool Server aktiviert, so steht er automatisch beim Start von Windows zur Verfügung.
Das Symbol (
) in der Taskleiste zeigt an, dass Tool Server gestartet
wurde. Durch einen Rechtsklick auf dieses Symbol öffnet sich ein Kontextmenü. Der Menüpunkt
Fenster einblenden öffnet die grafische Oberfläche von Tool Server. Ist die grafische
Oberfläche sichtbar, so schließt sie ein Klick auf Fenster ausblenden.
Beenden beendet Tool Server. Dabei erscheint eine Warnung, wenn noch aktive Verbindungen bestehen, gefolgt von der Frage, ob trotzdem beendet werden soll (alle Verbindungen werden dabei beendet). Über den Punkt Verbindung trennen werden alle geöffneten Verbindungen zu Peripherie-Software oder -Hardware angezeigt. Klickt man eine dieser Verbindungen an, so wird diese beendet und die Schnittstelle wieder freigegeben. Diese Funktion und das erneute Verbinden sind auch über das Konfigurationen Fenster in ecu.test verfügbar. Dies kann bei Verbindungsproblemen zu anderen Programmen sehr hilfreich sein.
Tool Server ist in zwei Fenster unterteilt. Im linken Fenster werden Meldungen analog zum Meldungsfenster in ecu.test angezeigt. Klickt man mit der rechten Maustaste das Meldungsfenster, erscheint ein Kontextmenü, mit dessen Hilfe man den Inhalt des Fensters löschen oder in die Zwischenablage kopieren kann. Im rechten Fenster befinden sich die momentan verbundenen Instanzen von ecu.test mit der ihnen zugeordneten Peripherie-Software oder -Hardware. Mit Rechtsklick auf einen der Knoten des Baumes kann entweder ein einzelnes Tool oder die komplette ecu.test-Instanz getrennt werden.
Allgemeine Einstellungen von Tool Server¶
Die Tool-unabhängigen Einstellungen von Tool Server lassen sich über Optionen in der ToolLibs.ini und über Kommandozeilen-Optionen konfigurieren.
ToolLibs.ini-Einstellungen (Sektion [General])¶
- DebugLevel = <Level-Nummer>
Bestimmt die Menge der (Debug-)Meldungen, die von Tool Server angezeigt und protokolliert werden. Zulässige Werte sind 0 (Aus), 1 (Minimal), 2 (Normal) und 3 (Maximal). Je höher das Debug-Level, desto mehr Meldungen werden ausgegeben. Die Debug-Meldungen können bei Problemen mit einer Tool-Anbindung die Ursachenfindung erleichtern.
Standard: 2
- TsPort = <Port-Nummer>
Bestimmt den TCP-Port, an den sich Tool Server binden soll.
Standard: 5017
- TempDir = <Ordner-Pfad>
Bestimmt das Temp-Verzeichnis, das der Tool Server (und damit implizit auch die ToolLib-Prozesse) zum Dateiaustausch verwenden. Auf diesem Verzeichnis sollte Tool Server Lese- und Schreibrechte besitzen.
Standard:
Windows:
%TEMP%/ecu.test 2025.3/ToolLibTempLinux:
$TEMP/ecu.test 2025.3/ToolLibTemp
- SSL_ENABLED = <0|1>
Bestimmt ob die Verbindung zwischen ecu.test und Tool Server verschlüsselt werden soll. Ist diese Einstellung aktiviert, so ist es nur noch möglich sich mit ecu.test zu Tool Server zu verbinden wenn über Signierung ein Zertifikat mit zugehörigem privatem Schlüssel generiert wurde. Das Zertifikat muss dann exportiert und auf dem Tool Server Computer im dafür konfigurierten Verzeichnis (siehe nächster Punkt) abgelegt werden.
Standard: 0
- CertificateDir = <Ordner-Pfad>
Bestimmt das Verzeichnis, in dem Tool Server nach Client-Zertifikaten sucht, um diese beim Verbindungsaufbau abzugleichen. Ist SSL aktiviert und die ecu.test-Instanz, die sich verbinden will, kann keinen zu einem in diesem Verzeichnis abgelegten Zertifikat passenden privaten Schlüssel vorweisen, so wird die Verbindung abgelehnt.
Standard: Pfad zum Ordner in dem die ToolLibs.ini liegt.
- SynchronizeLog = <0|1>
Bestimmt, ob
tool_server_out.logsynchron geschrieben wird, was Logeintrag für Logeintrag bedeutet. Ein hohes Logaufkommen kann bei aktiviertem synchronen Logging zu einer längeren Testausführungszeit führen. Daher sollte das synchrone Logging nur bei Bedarf oder für Debugging-Zwecke aktiviert werden.Standard: 0
Kommandozeilen-Optionen¶
--toollibsini <Pfad zur ToolLibs.ini>
Erlaubt die explizite Angabe der zu verwendenden ToolLibs.ini. Ohne diese Angabe wird die
ToolLibs.ini aus dem Standardverzeichnis verwendet.
--port <Port-Nummer>
Bestimmt den TCP-Port, an den sich Tool Server binden soll. Der Kommandozeilen-Parameter überschreibt die Angabe in der ToolLibs.ini. Ohne Angabe wird der Standardwert 5017 verwendet.