Beispiele zur Default-Aufnahmekonfiguration

Diese Seite ergänzt die Beschreibung der Default-Aufnahmekonfiguration um ausführliche Beispielszenarien. Jedes Beispiel beschreibt die Ausgangslage, die beteiligte Konfiguration und das Verhalten zur Laufzeit.

Automatische Zuordnung von Signalen

Ein Hinweis zu automatischen Zuordnungen von Signalen: Es wird empfohlen, Signalgruppen so zu benennen wie der Systembezeichner der für sie bestimmten Signale (falls leer) bzw. ihrer enthaltenen Signale. Zum Beispiel A-CAN für Bussignale von A-CAN. Die Beispiele dieses Kapitels folgen konsequent dieser Empfehlung. Grundsätzlich ist es auch möglich, eine Signalgruppe MyGroup anzulegen und dieser ein festes Bussignal von A-CAN hinzuzufügen. Die automatische Zuordnung berücksichtigt den Systembezeichner der enthaltenen Signale, falls der Signalgruppenname unzureichend ist.

Umgang mit Stimulations- und Analysepackages

Die folgenden Beispiele beleuchten die Verwendung von Analysepackages in Projekten nicht. Durch die Kombination eines Testfall-Packages als Stimulationspackage mit einem oder mehreren Analysepackages können weitere Signale während der Laufzeit hinzukommen. Diese zusätzlichen Signale aus Analysepackages werden analog zu Signalen behandelt, die manuell in die Gruppe Automatisch zuordnen eingefügt wurden (siehe Beispiel 1 und 2).

Automatische Zuordnung und Gruppenergänzung

Beispiel 1: Alles in Automatisch zuordnen

Ausgangslage

Im Testfall-Package werden Signale nur in der Gruppe Automatisch zuordnen referenziert. Eigene fachliche Signalgruppen existieren dort nicht.

Konfiguration im Default-Aufnahme-Package

Es gibt eine Signalgruppe A-CAN mit einer dazugehörigen Aufnahmegruppe. Für die Aufnahmegruppe ist Auto-Start/Stop gesetzt. Die Signalgruppe beinhaltet keine Signale.

Konfiguration im Testfall-Package

Die Gruppe Automatisch zuordnen enthält die Bussignale A-CAN/VehState/VehicleSpeed und A-CAN/VehState/EngineSpeed.

Für die automatische Zuordnung muss die passende Signalgruppe genau so heißen wie der Systembezeichner der verwendeten Bussignale, hier also A-CAN.

Ergebnis zur Laufzeit

Da im Testfall-Package keine passende lokale Signalgruppe existiert, wird die Default-Signalgruppe A-CAN mitsamt ihrer Aufnahmegruppe übernommen. Die beiden Signale landen damit in dieser Gruppe und werden dort aufgezeichnet. Da auf der Aufnahmegruppe das automatische Starten und Stoppen der Aufzeichnung gesetzt wurde, entsteht eine Aufnahmedatei, welche den Verlauf beider Signale über den Test hinweg enthält.

Bei der Aufzeichnung von frame-basierten Formaten kann die gesamte Buskommunikation enthalten sein, wodurch sich weitere Bussignale nachträglich anhand der Busdatenbank extrahieren lassen.

Empfehlung

Dieser Aufbau ist sinnvoll, wenn viele Testfall-Packages entwickelt werden und der Umgang mit Signalaufnahmen einheitlich verwaltet werden kann. Dadurch reduziert sich der lokale Aufwand auf die Festlegung, welche Signale benötigt werden.

Die Zuordnung anhand des Systembezeichners ist einfach nachvollziehbar.

Beispiel 2: Lokale Gruppe zusätzlich vorhanden

Ausgangslage

Ein Testfall-Package besitzt bereits eine eigene Signalgruppe A-CAN, weil dort lokale Einstellungen oder zusätzliche Signale gepflegt werden.

Konfiguration im Default-Aufnahme-Package

Die Signalgruppe A-CAN enthält die Signale A-CAN/VehState/VehicleSpeed und A-CAN/VehState/EngineSpeed. Zusätzlich ist dort eine Messliste hinterlegt. Auto-Start/Stop ist gesetzt.

Konfiguration im Testfall-Package

Die lokale Signalgruppe A-CAN enthält nur A-CAN/VehState/VehicleSpeed. Außerdem gibt es eine lokale Gruppe für aufgezeichnete Testfallvariablen oder weitere testspezifische Signale. Es ist kein Auto-Start/Stop gesetzt, im Testfall wird stattdessen mit Start/StopTrace-Traceschritten gearbeitet.

Die Überlappung von A-CAN/VehState/VehicleSpeed in beiden Packages ist hier bewusst gewählt, um das Ergänzen einer gleichnamigen lokalen Gruppe zu zeigen.

Ergebnis zur Laufzeit

Es wird keine zweite Signalgruppe A-CAN angelegt. Stattdessen wird die lokale Gruppe verwendet und um fehlende Signale aus der Default-Gruppe ergänzt, hier also um A-CAN/VehState/EngineSpeed. Bereits lokal definierte Signale und lokale Aufnahmegruppen bleiben erhalten. Einstellungen gleichnamiger Aufnahmegruppen werden dabei nicht aus dem Default-Aufnahme-Package in die lokale Aufnahmegruppe gemergt (z.B. kein Auto-Start/Stop). Da für die lokale Gruppe keine eigene Messliste gesetzt ist, wird die Messliste der Default-Gruppe zur Ausführung verwendet.

Empfehlung

Dieser Aufbau ist sinnvoll, wenn ein Bus zentral vorgegeben ist, ein einzelnes Testfall-Package aber lokale Ergänzungen oder eigene Gruppeneinstellungen benötigt. Für die automatische Zuordnung sollte die Gruppe weiterhin exakt A-CAN heißen.

Synchronisation

Beispiel 3: Wie muss eine lokale Gruppe angebunden werden?

Ausgangslage

Im Default-Aufnahme-Package sollen zwei Gruppen synchronisiert werden, zum Beispiel A-CAN und EngineECU. Das Testfall-Package soll, zusätzlich zu diesen Gruppen, einige Testfallvariablen aufzeichnen und diese Aufzeichnung mit den übrigen synchronisieren.

Konfiguration im Default-Aufnahme-Package

Beide Signalgruppen besitzen jeweils eine Aufnahmegruppe. Zwischen diesen Aufnahmegruppen ist eine Synchronisation definiert. A-CAN ist Master für die Synchronisation. Für beide Gruppen ist Auto-Start/Stop gesetzt.

Konfiguration im Testfall-Package

Das Testfall-Package nutzt Signale so, dass zur Laufzeit beide benötigten Gruppen auch tatsächlich vorhanden sind. Zusätzlich sollen die aufgezeichneten Testfallvariablen mit den übrigen Gruppen synchronisiert werden, um zeitlich korrekte Ergebnisse in der Traceanalyse zu ermöglichen.

Hierzu wird eine lokale Gruppe EngineECU angelegt, da sich die Testfallvariablen damit besser synchronisieren lassen. EngineECU wird Master der Synchronisation. Für EngineECU wird Auto-Start/Stop gesetzt, da es nicht von allein übernommen wird. Für die Testfallvariablen- Gruppe wird auch Auto-Start/Stop gesetzt.

Ergebnis zur Laufzeit

Die Synchronisationskette wird aufgelöst zu A-CAN (Master) ← EngineECU ← Testfallvariablen. Für den Fall, dass das Testfall-Package kein Signal von A-CAN verwendet, würde die Gruppe A-CAN nicht berücksichtigt werden, weder für die Aufzeichnung noch für die Synchronisation (EngineECU wäre dann somit Master).

Empfehlung

Wenn Synchronisationen zentral vorgegeben werden sollen, sollten die betroffenen Gruppen in den Testfall-Packages nicht unnötig umbenannt oder in mehrere lokale Aufnahmegruppen aufgespalten werden. Bei Bussignalen sollten die Signalgruppennamen den Systembezeichnern der beteiligten Busse entsprechen.

Immer aufzeichnen

Beispiel 4: Einige Signale immer aufzeichnen

Ausgangslage

Einige wenige Signale, etwa A-CAN/VehicleState/VehicleSpeed und A-CAN/VehicleState/EngineSpeed, sollen in vielen Testfällen grundsätzlich mit aufgezeichnet werden, auch wenn sie im eigentlichen Testablauf nicht explizit verwendet werden.

Konfiguration im Default-Aufnahme-Package

Es gibt eine dedizierte Signalgruppe A-CAN mit genau diesen Signalen und einer passenden Aufnahmegruppe. Auf der Aufnahmegruppe ist Auto-Start/Stop gesetzt. Alternativ könnte das Testfall-Package Start/StopTrace-Testschritte verwenden, welche alle Aufnahmegruppen starten bzw. stoppen.

Konfiguration in der Testkonfiguration und im Testfall-Package

In der Testkonfiguration wird das Default-Aufnahme-Package aktiviert und zusätzlich die Option Signalgruppen und Signale in Testfall-Packages und Stimulationspackage-Schritten immer verwenden eingeschaltet. Das Testfall-Package selbst muss diese Signale nicht mehr explizit referenzieren. Damit die Einstellung greift, wird in den Package-Eigenschaften das Package als „Testfall“ markiert (Häkchen setzen). Alternativ könnte es als Stimulationspackage in einem Projekt verwendet werden.

Ergebnis zur Laufzeit

Die Gruppe A-CAN wird vollständig aus dem Default-Aufnahme-Package übernommen. Die enthaltenen Signale werden dadurch auch dann aufgezeichnet, wenn sie im Testfall-Package weder in Automatisch zuordnen noch in Testschritten auftauchen.

Empfehlung

Für eine kleine Menge dauerhaft relevanter Bussignale ist eine eigene, schlanke Default-Signalgruppe die übersichtlichste Lösung.

Beispiel 5: Viele Signale immer aufzeichnen

Ausgangslage

Es soll ein größerer Satz von Signalen der ECU EngineECU über XCP aufgenommen werden.

Konfiguration im Default-Aufnahme-Package

Die Signale von EngineECU werden in der Signalgruppe EngineECU zusammengefasst. Für umfangreiche Mengen ist es zweckmäßig, zusätzlich mit Messlisten zu arbeiten, statt jedes Signal einzeln zu pflegen.

Konfiguration in der Testkonfiguration und im Testfall-Package

Das Default-Aufnahme-Package ist aktiv und die Option Signalgruppen und Signale in Testfall-Packages und Stimulationspackage-Schritten immer verwenden ist eingeschaltet. Das Testfall-Package enthält nur noch die Signale, die wirklich testspezifisch sind. Das Package ist wie in Beispiel 4 als Testfall markiert.

Ergebnis zur Laufzeit

Die Default-Signalgruppe EngineECU wird übernommen. Dadurch bleibt das Testfall-Package deutlich schlanker.

Empfehlung

Für große und weitgehend einheitliche Aufnahmekonfigurationen eines Steuergeräts oder Busses ist dies der bevorzugte Aufbau. Er reduziert Pflegeaufwand und hält die eigentlichen Testfall-Packages auf ihre testspezifischen Inhalte fokussiert.