Konzepte und Vorgehen¶
Traceanalysen werden erstellt, um Traces hinsichtlich einer oder mehrerer Fragestellungen zu untersuchen. Jede Fragestellung wird zu diesem Zweck in Form eines sogenannten Traceschrittes spezifiziert.
Ein Analyse-Lauf ist die einmalige Durchführung einer Traceanalyse. Ein solcher Lauf kann mehrere Traces bearbeiten, wobei die Traces dabei parallel analysiert werden. Werden mehrere Traces nacheinander derselben Analyse unterzogen, so handelt es sich um mehrere Läufe. Läufe werden in ecu.test vor allem in der Report-Darstellung deutlich, wo sie als einzelne Analysejobs dargestellt werden.
Episoden werden innerhalb einer Traceanalyse verwendet, wenn Traces in einem Analyse-Lauf mehrmals nacheinander analysiert werden müssen (Multi-Pass). Prinzipiell ist ecu.test darauf ausgelegt, viele Analyseaufgaben mit nur einer Episode ausführen zu können (Single-Pass). Details dazu, wann Multi-Pass notwendig ist und mehrere Episoden verwendet werden müssen, werden im Abschnitt On-the-fly-Signalberechnung erläutert.
Blöcke werden verwendet, um die Traceanalyse zu strukturieren. Sie haben keinen Einfluss auf die Ausführung der Analyse, sondern dienen der besseren Übersicht bei komplexen Anwendungsfällen.
If-Then-Else-Blöcke können verwendet werden, um bestimmte Elemente der Traceanalyse von einer Bedingung abhängig zu machen.
IfDef-Blöcke und SwitchDef-Case-Blöcke werden verwendet, um anhand von globalen Konstanten die darunter liegenden Traceschritte aktiv bzw. inaktiv zu schalten. Globale Konstanten werden durch eine Testkonfiguration definiert.
Trigger-Blöcke können verwendet werden, um gezielt bestimmte Bereiche (Triggerbereiche) im Signalverlauf zu finden und je Triggerbereich eine Analyse anhand der im Triggerblock enthaltenen Traceschritte durchzuführen.
Assertions dienen der Absicherung von Traceschritten. Sie können die Ergebnisse des in ihnen befindlichen Traceschritts auswerten. Mehr dazu im Abschnitt Assertion.
Traceschritte definieren, welche Signale wie analysiert werden sollen. Traceschritte basieren dazu auf Traceschrittvorlagen.
Traceschrittvorlagen übernehmen die Aufgabe, die Analysevorschrift losgelöst von konkreten Traces zu spezifizieren. Dabei werden Signalparameter und Konstantenparameter verwendet, um die Spezifikation für ihre spätere Verwendung flexibel zu gestalten. In Traceschritten werden danach für alle Signal- und Konstantenparameter konkrete Werte definiert und somit die Spezifikation auf den gegebenen Trace konkretisiert.
Berechnungsschritte lassen sich flexibel und schnell verwenden, um anhand von Ausdrücken Signale zu berechnen, zu überprüfen und zu bewerten. Innerhalb der Ausdrücke stehen gängige Analysefunktionen, wie ein gleitender Mittelwert, bereits zur Verfügung.
Durch Verwendung von Plots ist es möglich, Diagramme zu einem Traceschritt oder einer Signalaufnahme zu erstellen. Die Darstellung und die Bedingung, wann ein Diagramm erstellt werden soll, lässt sich nach Wunsch dialoggestützt konfigurieren. Erstellte Diagramme werden nach einem Analyselauf erzeugt und im Report gespeichert. Durch einen Plot lassen sich neben einer Übersichtsdarstellung auch detaillierte Diagramme zu einzelnen Fehlerfunden erzeugen.
Generische Signale dienen dazu, die Erstellung einer Traceanalyse vollständig von Art und Anzahl der zugrundeliegenden Tracedateien zu entkoppeln. Erst durch die Zuordnung jeweils eines Signals aus einer Aufnahmegruppe zu einem generischen Signal erfolgt die Zuordnung zu einem konkreten Signal einer konkreten Tracedatei.
Eine Synchronisation kann jeder Traceanalyse vorgeschaltet werden, um Traces zunächst zu synchronisieren, die in einer Analyse parallel analysiert werden sollen. Mehr dazu im Abschnitt Synchronisation von Traces.
Für eine Erläuterung der Begriffe Signal, Signalname, Trace, Tracedatei, Aufnahmegruppe, Signalgruppe siehe Abschnitt Zentrale Begriffe.