Wie werden Tests erstellt?

Um einen Test in ecu.test zu erstellen, muss ein Package angelegt werden. Ein Package enthält neben dem Tab Testfall zur Testfallspezifikation noch weitere Arbeitsfenster, wie Aufnahmen, Traceanalyse, der letzte Testreport und Eigenschaften.

Ein Testfall ist eine Liste von Testschritten. Die Testschritte eines Testfalls stehen meist miteinander in Verbindung. Somit können über Variablen verschiedene Daten zwischen den einzelnen Testschritten ausgetauscht werden.

Ein Testschritt ist eine einfache Operation, in der zumeist nur eine Anweisung ausgeführt wird. Ein Testschritt kann beispielsweise das Lesen oder Schreiben eines Wertes auf ein Motorsteuergerät darstellen oder Berechnungen und Vergleiche ausführen. Alle Testschritte sind im Kapitel Aktionsfenster beschrieben.

Unabhängig von der geladenen Konfiguration gibt es auf dem Tab Testschritte Standard-Testschritte mit Kurzbeschreibung, die immer als Testschritt zur Verfügung stehen. Diese Testschritte können per Drag and Drop in den Testfalleditor gezogen werden. Es öffnet sich ein Dialog zur Konfiguration des Testschritts und nach Bestätigung des Dialogs erscheint der Testschritt im Testfalleditor. Häufig genutzte Testschritte befinden sich in der Buttonleiste Packageeditor des Packageeditors, dazu gehören aus der Ablaufsteuerung If-Then-Else (bedingte Verzweigung), Loop (Schleife) und Wait (Pause), aus dem Abschnitt Strukturierung der Block (Zusammenfassen von Testschritten) und der Kommentar, sowie aus der Rubrik Datenoperationen die Berechnung.

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Soll die Testumgebung vor- und nachbereitet werden, bietet sich die Verwendung der Pre- und Postcondition an. Tritt ein Fehler in der Precondition beim Herstellen der Testumgebung auf, wird der Testfall selbst nicht ausgeführt. Die Postcondition wird immer ausgeführt, um die Testumgebung wieder zurückzusetzen.

Ebenfalls konfigurationsunabhängig steht das Aktionsfenster Generische Testschritte zur Verfügung. Die daraus entstehenden generischen Testschritte können ohne Tools angelegt werden. Insbesondere können hier Testschritte erstellt werden, bei denen zur Erstellzeit noch nicht feststeht, auf welche Größe sich dieser Testschritt später einmal beziehen soll. Ein generischer Schritt muss vor der Testausführung mit einem konkreten Mapping verbunden werden – entweder durch ein Lokales Mapping, ein Globales Mapping oder ein Parametriertes Mapping - sonst wird er mit ERROR bewertet.

Zur Modularisierung von Testfällen ist es möglich andere Packages im Testfall zu referenzieren. Packages können Parameter und Rückgabewerte haben, mit denen die Ergebnisse der verschiedenen Packagereferenzen verknüpft werden können. Werden bei der Ausführung Konfigurationen, bzw. Konfigurationswechsel, benötigt, so können Projekte erstellt werden. Mögliche Projektelemente sind zum Beispiel Packagereferenzen, Projektreferenzen, Konfigurationswechsel und Ordner. Zur Strukturierung und geschachtelten Parametrierung können Einstellungen am Projektknoten, Ordnern und in Form von Parametersätzen an Packages vorgenommen werden.

Ein Package oder ein Projekt kann durch Klick auf die entsprechende Schaltfläche oder durch Betätigen der Taste F9 ausgeführt werden. Nach dem Ausführungsdialog wird bei der Packageausführung automatisch auf das Arbeitsfenster Testreport gewechselt und dort wird das Ergebnis der letzten Ausführung übersichtlich dargestellt. Alle Testreports befinden sich im Workspace im Unterordner TestReports, sofern kein anderes Reportverzeichnis konfiguriert wurde. Im Testfall können Signale aufgenommen werden, die anschließend mit Hilfe der Traceanalyse ausgewertet werden können.