Tab Umfeldsimulation

Für den Test komplexer Fahrerassistenzsysteme und das autonome Fahren werden auch neue Anforderungen an Testmethodiken und Testtools gestellt. Dabei nimmt die Bedeutung des Fahrzeugumfeldes immer weiter zu. In einem Umfeldsimulationstool kann man dieses Umfeld modellieren und in einem Test verwenden.

Das Umfeld besteht dabei in der Regel aus:

  • der Strecke (Straßengeometrie, Fahrbahnbelag, Straßenschilder, Ampeln, Bäume, …)

  • den beteiligten Akteuren (Ego-Fahrzeug, weitere Fahrzeuge, Fußgänger, …)

  • den konkreten Aktionen bzw. Manövern der Akteure (z.B. ein Einschervorgang)

In allen Umfeldsimulationstools werden diese drei Bestandteile abgebildet. Um die Benutzung der verschiedenen Umfeldsimulationstools zu erleichtern, gibt es in ecu.test ein einheitliches Konzept zur Arbeit mit Umfeldsimulationen. Dieses wird im Folgenden erklärt.

Aktuell unterstützen folgende Toolanbindungen das einheitliche Konzept:

Weitere unterstützte Umfeldsimulationstools, welche mit eigenen Konzepten angesprochen werden:

Grundlegendes Konzept

Das Umfeld beschreibt den Kontext des Testfalles. In diesem Simulationskontext wird der Testfall durchgeführt. Im Weiteren wird der Kontext auch Szenario genannt.

Eine Auflistung aller Szenarien findet man im Reiter Umfeldsimulation. Damit der Kontext aktiv wird, muss man ein Szenario über den Testschritt Lade Element laden. Nach dem Laden eines Szenarios kann man dieses über kontextspezifische Testschritte wie zum Beispiel Start Simulation steuern.

Weiterhin findet man im Baum unter einem Szenario Parameter und Signale.

  • Parameter werden vor dem Simulationsstart gesetzt und beeinflussen den Ablauf des Szenarios.

  • Signale erlauben Zugriff auf die Modellgrößen des Szenarios.

Auch die dazugehörigen Testschritte wie „Signale lesen/schreiben“ und „Parameter lesen/schreiben“ beziehen sich nun auf das aktuell geladene Szenario. Das heißt zum Beispiel, dass im Testschritt „Signal lesen“ auf ein Signal aus dem aktuell geladenen Szenario zugegriffen wird. Ohne den vorherigen Testschritt Lade Element sind diese Testschritte ungültig.

Die kontextspezifischen Testschritte enthalten im Mapping-Pfad einen Platzhalter für den kontextspezifischen Teil. Der Platzhalter wird zur Laufzeit durch den geladenen Kontext aufgelöst. Durch den Platzhalter ist es möglich die Testschritte in mehreren Packages und über Szenarien hinweg wiederzuverwenden, sie also einfach kopieren zu können.

Erstellung eines Testfalls

Idealerweise führt man die Erstellung des Testfalls mit aktiver Toolverbindung durch. Dadurch wird der Systembezeichner automatisch vorselektiert.

Ein minimaler Testfall besteht aus den drei Testschritten:

  1. Lade Element

  2. Start Simulation

  3. Stopp Simulation

Optional kann mit dem Testschritt Prüfe Simulationsstatus der Endstatus der Simulation mit einem Erwartungswert verglichen werden.

Die Testschritte findet man unter dem Reiter Testschritte im Ordner Umfeldsimulation. Eine detaillierte Erklärung aller Umfeldsimulationstestschritte findet sich unter Umfeldsimulation.

Offlinedatei erzeugen

Mit Hilfe eines Rechtsklicks auf den Wurzelknoten eines Systems kann aus den aktuell eingelesenen Größen eine Offlinedatei erstellt werden. Es öffnet sich ein Dialog, der es ermöglicht den Speicherort und den Namen der zu erstellenden Offlinedatei anzugeben. Da das dynamische Nachladen der Größen aktiv ist, werden nur die Größen gespeichert, die bereits geladen wurden. Die so erstellte Offlinedatei kann im Tab Umfeld als Datenquelle ausgewählt werden.

Größen aktualisieren

Mit Hilfe eines Rechtsklicks auf den Wurzelknoten des Systems können die geladenen Größen aktualisiert werden. Das System wird dazu erneut eingelesen. Der Kontextmenüeintrag ist nur verfügbar, wenn das unterliegende Tool die Onlineabfrage unterstützt.

Szenariendatenbank-Zugriff

ecu.test kann auf in test.guide hinterlegte Szenarien zugreifen und diese zur Ausführung bringen. Bei IPG CarMaker sind diese Szenarien Testrun-Dateien, bei Hexagon VTD sind es OpenScenario- und XML-Dateien. Alle von diesen Szenarien benötigten Abhängigkeiten (Straßen, 3D-Objekte, …) müssen bereits in den Tool-Workspaces vorhanden sein. Als Datenquelle wird die in ecu.test als Standard konfigurierte test.guide-Instanz verwendet.

Die Funktionalität kann mit einem Rechtsklick auf den Knoten „Szenarios“ im Umfeldsimulationsreiter ausgewählt werden. Im angezeigten Dialog können die Szenarien des ausgewählten Depositories angezeigt, gefiltert und ausgewählt werden. Bei Bestätigung werden diese Szenarien von test.guide heruntergeladen und in den Szenarien-Ordner der jeweiligen Umfeldsimulation transferiert. Diese Szenarien sind nun im Szenarienbaum verfügbar und können wie gewohnt verwendet werden.